Manche Preise auf Internetportalen sind zurzeit vergleichsweise günstiger als bei den Stadtwerken. Woran liegt das?
Die Preise auf den Portalen sind auf die aktuell günstigen Preise auf dem Großhandelsmarkt zurückzuführen – ermöglicht durch den vergangenen, sehr milden Winter. Wir haben für 2023 sämtliche Energiemengen im Voraus beschafft, deshalb wirken sich die jetzigen, günstigen Preise am kurzfristigen Markt nicht mehr auf unsere Beschaffungskosten für 2023 aus. Umgekehrt würden uns steigende Börsenpreise unterjährig aber auch nicht belasten.
Warum kaufen die Stadtwerke nicht kurzfristig günstig ein, wenn der Großmarkt es hergibt?
Anders als die Energiediscounter können und wollen wir nicht auf kurzfristige Preisentwicklungen spekulieren. Die Angebote dieser Discounter gelten übrigens auch nur für Neukunden, nicht für Bestandskunden. Wäre es ein strenger Winter mit entsprechend steigenden Börsenpreisen geworden und hätten wir erst spät eingekauft, dann müssten wir jetzt die hohen Preise an unsere Kunden weitergeben. Und das würde sie noch weiter belasten. Wir fühlen uns aber unseren Kunden gegenüber verantwortlich und übernehmen Daseinsfürsorge. Deshalb spekulieren wir nicht auf die Preisentwicklung an der Energiebörse, sondern kaufen die benötigten Mengen weit im Voraus ein.
Für die Kunden ergibt sich so ein verlässlicher Preis?
Ja. Da sämtliche Mengen für 2023 preislich fixiert sind und wir nicht kurzfristig auf die unsichere Lage z.B. am Spotmarkt reagieren und dort einkaufen müssen, werden unsere Preise bis Ende 2023 stabil bleiben. Es sei denn, es erhöhen sich noch Preisbestandteile, die wir nicht beeinflussen können, wie beispielsweise die Bilanzierungsumlagen.
Können Sie sagen, wie sich die Preissituation bei den Stadtwerken entwickeln wird?
Selbstverständlich werden unsere Kunden von den zuletzt sinkenden Börsenpreisen profitieren, denn wir kaufen aktuell natürlich bereits für 2024 ein. Sicher ist, dass sich unsere Strategie mit einem Beschaffungszeitraum von zwölf Monaten im Voraus als absolut richtig erwiesen hat. Nach meiner Einschätzung werden wir ab dem 1. Januar 2024, also rechtzeitig zum Auslaufen der Energiepreisbremsen, zu den günstigsten Anbietern gehören – zumindest unter den seriösen Energieversorgern, die auch die Grund- und Ersatzversorgung in ihrem Konzessionsgebiet sicherstellen müssen. Auch gegenüber den Discountern mit ihren extrem kurzfristigen Beschaffungsstrategien werden wir sehr wettbewerbsfähig sein. Folgerichtig dürfen unsere Kunden für 2024 deutliche Preissenkungen der Stadtwerke Bad Bramstedt bei Strom und Gas erwarten – voraussichtlich unterhalb der jeweiligen Preisdeckel.